Backlack genau beleuchtet

28.05.2020 | Produkte & Anwendungen

Für Elektroband-Stanzer sind die homogenen Verarbeitungseigenschaften von Elektroband mit Backlack prozessrelevant. Hierzu zählen zum Beispiel Klebekräfte und Austrittswerte des Backlacks. Die Einhaltung der diesbezüglichen Kunden-Spezifikationen zu prüfen, bedurfte bislang eines aufwendigen Messverfahrens. Nicht zuletzt die materialzerstörende Probeentnahme vereitelte die zuverlässige Prüfung kompletter Coil-Aderlängen. Als Entwicklungspartner hat Waelzholz nun das innovative LILIT©-System als berührungslose 100 %-Prüfung in den laufenden Betrieb übernommen.

Backlack hat bei der Verbindung von Elektroband-Lamellenpaketen, insbesondere für Elektromotoren im Bereich der Elektromobilität deutliche Vorteile, denn er bietet beste Leistung und hohen Komfort. Daniel Dunker, Elektroband-Spezialist in der Werkstofftechnik bei Waelzholz in Hagen, erläutert: „Seine Vorteile spielt der Backlack vor allem dann voll aus, wenn die Spezifikationen der Motorenhersteller exakt eingehalten werden.“ Hier geht es um Fragen der Verarbeitbarkeit des Elektrobandes mit Backlackschicht im Stanzprozess sowie beim späteren Verbacken. Die Klebekräfte und die Austrittswerte des Backlacks sind hier beispielsweise relevant. Dunker: „Der Wunsch der Verarbeiter ist, dass wir den Backlack hochgradig einheitlich über die gesamte Aderlänge eines Coils und über Lose hinweg einstellen. Denn dies ist die Voraussetzung für die Weiterverarbeitungskonstanz.“

 

Zuverlässige Prüfung ohne Probeentnahme

Die sogenannte Polymerisation beschreibt, wie lang die Molekülketten im Backlack sind. Sie ist ein zentraler Faktor, der Auswirkung auf die angesprochenen Klebekräfte und Austrittswerte des Backlacks hat. Bei der Beschichtung von Elektroband kann der Polymerisierungsgrad des Backlacks im Zuge der Aushärtung aufgrund von lokalen Schwankungen der Trocknung jedoch unterschiedlich ausgeprägt sein. Die bislang übliche Analyse von Materialstichproben ist für eine umfassende Aussage zur Polymerisation über die gesamte Aderlänge eines Coils nicht ausreichend. Dunker: „Wir suchten deshalb nach einer Möglichkeit, über die gesamte Aderlänge verlässlich zu prüfen.“ Sichergestellt wird dies nun mit dem innovativen LILIT©-System, welches vom Entwickler TAU Industrial Robotics gemeinsam mit Waelzholz für Messungen am Backlack adaptiert wurde. Der Clou des Messverfahrens ist, dass es ohne Probeentnahmen in der laufenden Produktion angewandt werden kann.

Das LILIT©-Prüfsystem arbeitet nach dem Prinzip der UV-Spektroskopie: Eine Lichtquelle emittiert UV-Licht, welches vom Backlack reflektiert bzw. zum Teil absorbiert wird. Das reflektierte Lichtspektrum wird gemessen und auf dieser Basis der Grad der Polymerisation bestimmt. Dunker: „Mit dem sogenannten Light In-Line Insulation Test prüfen wir sehr exakt die Gleichmäßigkeit des Aushärtungsprozesses. Hierfür haben wir zuvor in etlichen Untersuchungsreihen die Korrelation des reflektierten Lichtspektrums mit den Materialkennwerten ermittelt, sodass wir nun sehr genaue Aussagen über die Beschaffenheit des Backlacks treffen können.“

Damit gewährleistet Waelzholz, dass die Backlack-Beschichtung des Elektrobands über einen optimalen Polymerisierungsgrad bei durchgängiger Homogenität verfügt, und das über lange Zeiträume und viele Chargen hinweg. Dunker: „Wir sorgen dafür, dass unsere Kunden das Potenzial des Backlacks für ihre Produkte voll ausschöpfen können. Dies sowohl in Bezug auf Leistungsfähigkeit und Komfort des späteren Elektromotors als auch mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit der Herstellungsprozesse. Absolute Zuverlässigkeit ist hier unser Anspruch, den wir durch die höchste Qualitätsstufe einer 100 %-Prüfung zum Nutzen unserer Kunden umsetzen.“

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