Qualitätssicherung für Flachdraht und Profile

13.03.2020 | Produkte & Anwendungen

In unserer Interview-Reihe folgt hier nach dem ersten Beitrag zur Fertigungskompetenz nun der Schwerpunkt Qualitätssicherung. Matthias Schmitt aus der Werkstofftechnik erläutert die Strategie sowie Maßnahmen, mit denen Waelzholz konstante Werkstoffeigenschaften gewährleistet.

 

Herr Schmitt, welchen Stellenwert hat Qualitätssicherung bei Waelzholz?

„Wir können durchaus sagen, dass Qualitätssicherung heutzutage ein integriertes Thema bei allen Werkstoff-Herstellern ist. Besonders bei Waelzholz sind sicherlich die Kompromisslosigkeit und die Innovationskraft, mit denen die Qualitätssicherung vorangetrieben wird. Ein Beispiel: Die „Null-Fehler-Strategie“ leitet häufig die Überwachung der eigenen Verfahren, aber lässt Raum für die Durchlässigkeit von Mängeln der Vorstufen. Waelzholz verfügt heute über eine flächendeckende Ausführung der Wirbelstromtechnik, die es uns erlaubt, während der Produktion die Oberflächenqualität zu detektieren.

Begründet ist diese Kompromisslosigkeit in unserer Ausrichtung: Wir liefern hochwertige Werkstoffe für anspruchsvolle Anwendungen. Hier geht es meist um engste Toleranzen und hochgradig homogene Werkstoffe, die nicht nur ein fabelhaftes Endprodukt, sondern auch eine prozesssichere Weiterverarbeitung auf dem Weg dorthin gewährleisten.“

 

Worum geht es bei der von Ihnen erwähnten Wirbelstromtechnik?

„Die Wirbelstromtechnik ist ein bekanntes physikalisches Verfahren, welches wir jedoch für die Flachdrahttechnologie adaptiert und optimiert haben. Mittels Induktion werden Magnetfelder in den Werkstoffen erzeugt. Diese Magnetfelder lassen sich wiederum gut detektieren. Der Clou ist nun, dass Abweichungen in der Materialbeschaffenheit das Magnetfeld beeinflussen. Wir machen also sozusagen die Materialbeschaffenheit über das Magnetfeld sichtbar. Das Verfahren haben wir für uns so weiterentwickelt, dass sich diese Messung in der laufenden Produktion durchführen lässt. So können wir gezielt korrigierend eingreifen und sichern absolut homogene Eigenschaften des Materials. Für unsere Kunden bedeutet dies ein hohes Maß an Verlässlichkeit, etwa wenn unsere Werkstoffe in sicherheitsrelevante Bauteile im Automobil verbaut werden.“

 

Wie gehen Sie bei Qualitätsprüfungen vor?

„Generell unterliegen unsere Qualitätsprüfungen festen Prozessen, die penibel genau eingehalten und permanent während der Entstehungsprozesse dokumentiert werden. Unser oberstes Ziel ist immer – deshalb auch die umfangreiche Investition in die Mess- und Regeltechnik unserer Anlagen wie bei der Wirbelstromprüfung – bereits während der Produktion eine optimale Qualität sicherzustellen. Unsere Systeme erfassen dabei bereits, wenn sich ein Parameter auch nur tendenziell in die Richtung einer Toleranzgrenze bewegt, und regeln dann frühzeitig nach. Zudem prüfen wir auch immer wieder Muster aus der Produktion in den Laboren unserer Werkstofftechnik.“

 

Wie umfangreich können Sie bei Waelzholz inhouse prüfen?

„Zunächst ist interessant zu wissen, dass wir alle relevanten Prüf- und Untersuchungsapparaturen selber im Hause vorhalten. Dies ist sicherlich in diesem Umfang einmalig in der Kaltwalzbranche. Zu nennen sind zum Beispiel ein Rasterelektronenmikroskop sowie 3-D-Koordinatenmessplätze zur Profilvermessung. Das Rasterelektronenmikroskop hat eine extrem hohe Auflösung von 2 – 3 Nanometern. Zum Vergleich: Ein einzelnes Wasserstoffatom hat einen Durchmesser von 0,1 Nanometer, ein menschliches Haar ist etwa 100.000 Nanometer dick. Das Gerät verfügt über eine sehr gute Tiefenschärfe und einen hohen Kontrast. Es ist absolut beeindruckend, wie exakt die Topografie eines Werkstoffs damit erkennbar ist. Diese Ausstattung hilft uns zudem nicht nur bei der Qualitätssicherung, sondern ebenso bei der Produktentwicklung. Mit den kurzen Wegen im eigenen Hause sind wir enorm schnell und reduzieren auch für unsere Kunden die Zeit bis zur Marktreife von Produkten. Das ist ein echter Vorteil.“

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